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"Welttag der Kranken": kkvd fordert Rahmenbedingungen für zuwendungsorientierte Medizin

09.02.2018

Berlin - Anlässlich des „Welttags der Kranken" der katholischen Kirche am kommenden Sonntag hat der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (kkvd) gefordert, der zuwendungsorientierten Medizin mehr Bedeutung zukommen zu lassen. Die Rahmenbedingungen müssten durch den Gesetzgeber so gestaltet werden, dass die Versorgungsprozesse in den Krankenhäusern an die Bedürfnisse der Patienten nach Linderung und Heilung angepasst werden.

Mit Sorge betrachtet der kkvd die gesundheitspolitische Entwicklung in Ländern wie Italien und Großbritannien, wo massive Einsparungen im Gesundheitswesen stattgefunden hätten. „Deutschland hat zwar eins der besten Gesundheitssysteme der Welt, um das uns viele beneiden", sagt der stellvertretende kkvd-Vorsitzende Ingo Morell. Die demografische Entwicklung erfordere jetzt jedoch Schritte für eine bessere Situation vor allem in der Pflege.

Die rund 400 katholischen Krankenhäuser in Deutschland leisteten täglich einen entscheidenden Beitrag zu einer funktionierenden Gesundheitsversorgung. Viele katholische Kliniken hätten mit fortschrittlichen Behandlungsansätzen auf die demografischen Dynamiken reagiert und etwa im Bereich demenzieller Erkrankungen, in der Palliativversorgung oder im ganzheitlichen Pflegemanagement neue Akzente gesetzt.

„Um in den Kliniken entwickelte Innovationen in die Regelversorgung zu überführen, muss das Finanzierungssystem der Fallpauschalen, in dem der Betreuungsbedarf von multimorbiden Patienten nicht umfänglich abgebildet werden kann, an die Versorgungsrealität angepasst werden", sagte Morell.

Wichtig sei es nun dem Fachkräftemangel wirksame Strategien entgegenzusetzen und die Pflege, die wirklich für den Patienten spürbar am Krankenbett stattfinde, zu stärken. "Zu einem Pflegesofortprogramm gehört aber auch die Ausgestaltung der generalistischen Pflegeausbildung. Die Neuausrichtung an den Schulen erfordert strukturierte Maßnahmen, die der Gesetzgeber unterstützen muss, damit die Reform gelingt und wir mehr Qualität in der Pflege bekommen." Angesichts der demografischen Entwicklung seien nun entscheidende Schritte nötig, um eine älter und multimorbider werdenden Bevölkerung zu versorgen.