Link verschicken   Drucken
 

kkvd zum Welthospiztag: Dialog und Durchlässigkeit der Sektoren für eine gute Sterbebegleitung stärken

11.10.2018

Berlin. Anlässlich des Welthospiztags am kommenden Samstag unter dem Motto „Weil du wichtig bist!“ fordert der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (kkvd) eine stärkere Durchlässigkeit der Sektoren bei der Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen. „Um den individuellen Sterbeprozess bestmöglich zu begleiten, ist es wichtig, die Beziehungskontinuität in der Behandlung zu gewährleisten“, sagt Bernadette Rümmelin, Sprecherin der kkvd-Geschäftsführung. „Wenn stationäre Patienten den Wunsch haben, sich phasenweise in ihrem Zuhause und in der Nähe ihrer Angehörigen aufzuhalten, müssen entsprechend flexible Versorgungs- und Finanzierungsstrukturen vorhanden sein.“

 

Dazu sollten für stationäre Patienten Betreuungsmöglichkeiten durch dasselbe Behandlungsteam über die Krankenhauspforten hinaus geschaffen werden, so Rümmelin. „Die unterschiedlichen Versorgungsbereiche müssen im intensiven Dialog stehen, um die Basis für zuverlässige Kooperationen auch außerhalb des Krankenhausbereichs zu schaffen.“

 

Das im Jahr 2015 verabschiedete Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung (HPG), mit dem die Palliativversorgung Bestandteil der Regelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wurde, sei ein Meilenstein gewesen, um flächendeckend die medizinische, pflegerische, psychologische und seelsorgerische Versorgung von Menschen in der letzten Lebensphase zu verbessern, sagt Rümmelin.

 

„Es sind nun weitere Anstrengungen nötig, um die gesetzlich beabsichtigten Verbesserungen zu realisieren.“ So bestehe eine große Finanzierungslücke bei der Etablierung der multiprofessionellen, mobilen Palliativdienste, die nun für schwerstkranke und sterbende Patienten auf sämtlichen Stationen im Krankenhaus hinzugezogen werden können. Dies sei insbesondere für die über 80 Prozent der Krankenhäuser ohne Palliativstation zukunftsweisend. Die Finanzierung über ein Zusatzentgelt müsse jede Klinik mit den Krankenkassen vor Ort verhandeln. „Die Kassen sind jedoch nicht bereit, hier kostendeckende Vergütungen zu vereinbaren. Daher läuft diese Versorgungsform in den Kliniken nur schleppend an“, sagt Rümmelin.

 

kkvd engagiert sich für Palliativversorgung

Der kkvd engagiert sich seit Jahren für die Verbesserung der flächendeckenden Palliativversorgung und hospizlichen Begleitung am Lebensende und ist Mitglied der „Charta für Sterbende“. Auf dem diesjährigen kkvd-Fachtag in Köln diskutierten führende Palliativmediziner ganzheitliche Konzepte zur Sterbebegleitung im Klinikalltag mit Pflegern, Seelsorgern, Psychologen und Krankenhausmanagern. Für sein Engagement für eine bessere interdisziplinäre Vernetzung wurde dem kkvd das Charta-Siegel verliehen.

 

Auf dem Gebiet der Palliativversorgung sind katholische Kliniken führend: Insgesamt ist bereits in 304 katholischen Akutkliniken Palliativkompetenz vorhanden. 133 katholische Krankenhäuser unterhalten stationäre Palliativeinheiten mit 763 Betten, 53 verfügen über sogenannte mobile Palliativ-Care-Teams, die aus in Palliativmedizin und -pflege geschulten Ärzten und Pflegemitarbeitern sowie Psychologen, Theologen und Sozialarbeitern bestehen.