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„Ländliche Region dürfen nicht zu Gesundheitsregionen zweiter Klasse werden!“ Landes-Caritasverband und Krankenhausverband gegen Klinikschließungen

17.07.2019

München - Angesichts der aktuellen Studie der Bertelsmannstiftung haben sich Landes-Caritasdirektor Prälat Bernhard Piendl und die Geschäftsführerin des KKVB, des Katholischen Krankenhausverbandes in Bayern, Heike Gülker, gegen die massive Schließung von Kliniken ausgesprochen. „Gerade in einem Flächenland wie Bayern wäre die Schließung der kleineren Krankenhäuser das falsche Signal, wenn man die Lebensverhältnisse der Städte und der Regionen angleichen will“, so Piendl. Auch in den Kliniken der Grund- und Regelversorgung ist eine hohe Qualität Standard, Größe allein ist in vielen Fachbereichen nicht gleichbedeutend mit Qualität.

 

Piendl sagte weiter: „Effizienz und Prozessoptimierung als Kennzahlen sind wichtig, müssen aber dem Wohl und den Bedürfnissen der Patienten dienen, insbesondere auch in den ländlichen Regionen. Sie dürfen nicht Gesundheitsregionen zweiter Klasse werden. Wo es auf Spezialwissen ankommt, ist Zentralisierung und Zusammenarbeit verschiedener Kliniken schon heute geübte Praxis. Mit klugen Lösungen gibt es schon heute Verfahren, die die Fläche nicht vernachlässigen.“

 

Heike Gülker legt den Fokus auf die flächendeckende Daseinsvorsorge. „Für die Menschen muss eine gute Gesundheitsversorgung erreichbar sein. Benötigt wird ein Gesamtkonzept, dass die regionalen Strukturen berücksichtig. Die bestehenden ambulanten Versorgungsangebote können den Bedarf nicht abdecken. Gerade angesichts der demografischen Entwicklung ist es nötig, dass Krankenhäuser gut erreichbar sind und auch die Menschen eine adäquate Versorgung bekommen, die mehrfach erkrankt und nur eingeschränkt mobil sind. Und eines wird oft vergessen: für die Nachsorge wird auch in Zukunft ein Krankenhaus in erreichbarer Nähe benötigt.“