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Katholische Krankenhäuser formulieren Lehren aus der Corona-Pandemie

27. 07. 2020

Heute vor einem halben Jahr wurde in Deutschland die erste Corona-Infektion festgestellt. In einem Positionspapier formuliert der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (kkvd) Lehren aus den ersten sechs Monaten der Pandemiebekämpfung. Der Verband kommt zum Ergebnis, dass sich die dezentrale Krankenhausstruktur in der andauernden Corona-Pandemie als sicheres Netz und Erfolgsfaktor erwiesen hat. Er spricht sich für nachhaltig gute Arbeitsbedingungen für die Klinikteams und eine Stärkung der Krankenhausseelsorge für vergleichbare Krisen aus. Zudem berichten in dem Positionspapier Stimmen aus der Praxis über ihre Erfahrungen in den ersten Monaten der Pandemie.

 

Bernadette Rümmelin, Geschäftsführerin des kkvd: „Hinter dem Gesundheitssystem liegen herausfordernde Wochen. Trotz vieler Unkenrufe hat sich das deutsche System angesichts der Corona-Krise als belastbar gezeigt. Daran haben die Krankenhäuser vor Ort großen Anteil. Sie waren jeden Tag offen, haben die Notfallversorgung der Bevölkerung sichergestellt und Corona-Patienten getestet und versorgt. In regionalen Netzwerken haben sie den örtlichen Maximalversorgern so den Rücken freigehalten. Sie arbeiteten Hand in Hand mit niedergelassenen Ärzten und Gesundheitsämtern und reagierten rasch, wenn beispielsweise Pflegeheime von der Infektionswelle getroffen wurden. Die dezentrale Klinikstruktur war ein entscheidender Erfolgsfaktor in der Pandemiebekämpfung. Nun gilt es, diesen wichtigen Vorteil nicht zu verspielen. Die Pandemie ist noch nicht zu Ende, die Befürchtungen vor einer zweiten Welle sind real. Auch über den Herbst hinaus brauchen die Krankenhäuser daher einen gesetzlichen Rahmen für ihre Arbeit im anhaltenden Ausnahmezustand. Aus den Erfahrungen der letzten Monate heraus sollte zudem heute ein Finanzierungsmechanismus entwickelt werden, der bei künftigen Krisen die Krankenhausversorgung absichert.“

 

In seinem Positionspapier unter dem Titel „Regional, bedarfsorientiert, krisenfest“ schlägt der kkvd vor, bei der Planung und Finanzierung von Krankenhausstrukturen neue Wege zu gehen. Werden notwendige Vorhaltekosten auskömmlich erstattet, wären Krankenhäuser nicht mehr gezwungen, Leistungsmengen zu steigern. Parallel sollte die Krankenhausstruktur am regionalen Bedarf orientiert und innerhalb intelligenter Versorgungsnetzwerke weiterentwickelt wer-den. So lässt sich die Daseinsvorsorge langfristig flächendeckend sicherstellen, ohne zugleich den Aspekt der Finanzierbarkeit aus den Augen zu verlieren.

 

Rümmelin weiter: „Die Krise hat nochmals gezeigt, wie wichtig die Beschäftigten in den Kliniken gewesen sind. Die Dankbarkeit dafür muss sich in nachhaltig besseren Arbeitsbedingungen ausdrücken. Für eine am konkreten Bedarf der Patienten ausgerichtete Pflege sollte in den Krankenhäusern möglichst bald das Konzept der ‚Pflegepersonal-Regelung 2.0‘ eingeführt werden. Zudem haben die Mitarbeitenden in allen Kliniken unabhängig der Trägerschaft Anspruch auf eine faire, angemessene Bezahlung.“

 

Neben mehr Investitionen in Digitalisierung und Patientensicherheit sowie einer Stärkung der sektorenübergreifenden Versorgung nimmt der kkvd auch die Situation der Krankenhausseelsorge in den Blick.

 

„Die seelsorgerische Begleitung im Krankenhaus muss auch in Krisensituationen gewährleistet sein. Dabei geht es nicht nur um die Patienten und deren Angehörige, sondern auch um die Mitarbeitenden. Neben die Sorge um ihre Familien treten bei ihnen das berufsbedingt erhöhte Infektionsrisiko und die besondere Arbeitsbelastung. In den Rahmenverordnungen der Länder war die Klinikseelsorge zumindest zu Beginn oft nicht mit bedacht. Für künftige Krisen muss hierauf geachtet werden“, so Rümmelin abschließend.

 

Foto: Bernadette Rümmelin, Sprecherin der Geschäftsführung im kkvd (Foto: kkvd/Kirsten Breustedt)